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KNOBLAUCH Allium sativumDiese
gehaltvolle kleine
Knolle ist eine der ältesten Gewürzpflanzen der Welt.
Sie war ein Grundbestandteil der Nahrung der Armen, die zu allen Zeiten
den größten Teil der
Weltbevölkerung ausgemacht haben. Sie aßen ihn vor
allem als Brotaufstrich. In der antiken Literatur wird Knoblauch
unzählige Male erwähnt. Schon in vorgeschichtlicher
Zeit trat er vom Gebiet des westlichen Tartarenreichs her seinen
Siegeszug durch ganz Asien (mit Ausnahme von Japan) sowie Nordafrika
und Europa an.
Der ägyptische Knoblauch, den die Sklaven beim Bau der Cheopspyramide verzehrten, hatte ziemlich kleine blaßviolette Zehen. Einige Knoblauchknollen fand man in Gräbern und Grabstätten aus vorpharaonischer Zeit. In Naqada (3200 v. Chr.) entdeckte man Tonmodelle der Pflanze. In einem um 1550 v. Chr. entstandenen Arzneibuch sind über 800 Heilmittelrezepte verzeichnet, 22 davon empfehlen Knoblauch als Medizin – gegen Kopfweh bis hin zu Wehenschmerzen. Theophrast schwärmte von einem Salatdressing mit zyprischem Knoblauch. Er riet, ihn gut zu zerstampfen, wobei dieses sein Volumen „wundersam vergrößere“ und er „schaumig“ werde. Die Griechen schrieben dem Knoblauch Zauberkräfte zu, daher stärkten sich die Krieger vor dem Kampf damit. Knoblauchknollen wurden auch auf Steinpfeilern an Wegkreuzungen plaziert, als Opfergabe für Hekate, die Göttin von Spuk- und Zaubererscheinungen. Tatsächlich hatte sich der Knoblauch von jeher den Ruf bewahrt, das Böse abzuwehren. Griechische Hebammen quetschten die Knoblauchzehen im Zimmer der Wöchnerinnen aus, und eine Zehe banden sie vermutlich auch dem Säugling um den Hals. Hippokrates (460 v. Chr.) rühmte die Heilkräfte des Knoblauchs, er helfe bei Wunden und Zahnschmerzen, auch gegen viele andere Beschwerden. Das schrieb hundert Jahre nach ihm auch Aristoteles. Dioskorides (40 n. Chr.) war ein griechischer Arzt, der die römischen Truppen begleitete; das gab ihm die Möglichkeit, die geographische Verbreitung und die Eigenschaften der Pflanzen kennenzulernen. Seine Aufzeichnungen über den Knoblauch sind sehr detailliert: Nach einer Beschreibung der verschiedenen Sorten, der weißen, violetten und der wild wachsenden Art (eine heute nicht mehr kultivierte) schildert er die Wirksamkeit wie folgt: „Der Knoblauch beseitigt Bandwürmer, mit Wein gemischt ist er gut gegen Schlangenbisse, er lindert Husten, reinigt die Arterien, heilt Ekzeme und vieles mehr.“ Porree (Lauch) ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Auszug aus: Colin Spencer: Von Artischocke bis Zucchini. Die frische Gemüseküche. Mit Fotografien von Linda BurgessDer Originaltitel Colin Spencer's Vegetable Book erschien 1996. Die Rechte an der Übersetzung liegen inzwischen wieder bei mir. Bei Interesse an einer Neuverwertung wenden Sie sich bitte an mich. |