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Nach
langer innerer Debatte und einem kurzen Anfall von Selbstzweifeln,
gefolgt von mehreren Standpauken, kann ich nur den Schluss ziehen,
dass Y noch keine reelle Chance hatte, mir an die Wäsche zu
gehen. Das überzeugt mich zwar nicht so ganz, aber mangels
einer
besseren Erklärung gehe ich mal davon aus.
Ich
habe beschlossen, ihm eine Brücke zu bauen, damit er zum Zug
kommt. Ich habe alle Register gezogen: Außer dem feinen Essen
habe ich die Lampen ausgeknipst, softe Musik aufgelegt (eine CD mit
Lounge-Musik, eigens für diesen Anlass erworben, denn selbst
ich
habe gemerkt, dass Barry White zu dick aufgetragen wäre) und
Dutzende Kerzen angezündet. Die Scham ist vorbei. Auf zarte
Andeutungen kann ich verzichten. Ich hatte auch überlegt, mich
im Stockdunkeln nackt hinzulegen, in der Hoffnung, dass er
versehentlich über mich stolpert. Meine Geduld ist
allmählich
erschöpft.
Ich habe mich in Schale geworfen,
nein, ich habe
mich in
etwas geworfen, aus dem er mich leicht herausschälen kann. Am
Donnerstag nach dem Lunch mit den Mädels bin ich zu La Senza
gelaufen, die Antwort der Durchschittsverdienerin auf Agent
Provocateur. Ich habe mich für einen Bügel-BH mit
Spitzen und
ein passendes Hotpants-Dessous entschieden. In Rot. Ich hatte eine
Paniksekunde, als ich mich fragte, ob das nicht etwas nuttig aussieht.
Aber wie gesagt, die Zeit der Scham ist vorbei.
Ich folge Y ins Wohnzimmer und senke
den Blick,
noch nicht
mutig genug, ihm in die Augen zu sehen, als er vor der Musikanlage und
dem Meer aus Kerzen steht, größer als das zu
Weihnachten in
der Westminster Abbey. Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Ich
lasse mich aufs Sofa fallen, klatsche auf das Kissen neben mir und
wedele mit den leeren Gläsern, die ich in der anderen Hand
halte.
„Komm mal her mit dem Wein, ich verdurste.“
Y gehorcht, setzt sich neben mich
und schenkt ein.
„Worauf stoßen wir
an?“, frage ich.
Wenn das nicht die tollste Anmachnummer aller
Zeiten ist,
dann ziehe ich mich für immer aus diesem Spiel
zurück. Denn
auch wenn ich so was seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht habe, kann ich
mich noch an endlos viele Gelegenheiten erinnern, bei denen ich einen
Mann das gefragt habe und wo die Antwort unweigerlich „Auf
uns!“ lautete. So steht’s im Drehbuch. Das klappt
immer.
Und nach dem Kling! rückte er dann näher, um mich zu
küssen. „Auf uns.“ Kling! Kuss. Jedes Mal.
Ich sehe auf die Uhr. Das Steak muss
noch
fünfundvierzig Minuten in der Marinade liegen. Vielleicht
kommen
wir noch vor dem Essen zur Sache, was mir ganz lieb wäre, denn
da
ist mein Bauch noch flacher.
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Ob
die Masche auch in diesem Fall zieht, wird noch nicht verraten. Man
soll ja nichts unversucht lassen, um ans Ziel zu gelangen ...
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