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Ehemänner

  Kann denn Ehe Sünde sein?

 von Adele Parks

Das 1. Kapitel können Sie hier in der Online-Leseprobe des Verlags nachlesen.



Auszug mit freundlicher Genehmigung der Rowohlt Verlag GmbH

Die tollste Anmachnummer aller Zeiten?
 Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es in diesem Roman um mehr als nur eine Beziehung. Was  aber, wenn eine Beziehung gar nicht so richtig in Gang kommt? Jedenfalls nicht in die gewünschte  Richtung läuft? Wie kann frau da nachhelfen? Eine der Protagonistinnen - nennen wir  sie X, um nicht  zu viel zu verraten, hat da ein bewährtes Geheimrezept und will es, komme, was  wolle, an Y, dem  obskuren Objekt ihrer Begierde, gleich mal ausprobieren ... Sollten wir ihr Erfolg  wünschen?  Beim Mann, der's wert ist? (Assoziationen mit ähnlich klingenden Buchtiteln sind völlig  unbeabsichtigt und daher rein zufällig.)
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Doch lassen wir eine der Heldinnen selbst zu Wort kommen:

Nach langer innerer Debatte und einem kurzen Anfall von Selbstzweifeln, gefolgt von mehreren Standpauken, kann ich nur den Schluss ziehen, dass Y noch keine reelle Chance hatte, mir an die Wäsche zu gehen. Das überzeugt mich zwar nicht so ganz, aber mangels einer besseren Erklärung gehe ich mal davon aus.
   Ich habe beschlossen, ihm eine Brücke zu bauen, damit er zum Zug kommt. Ich habe alle Register gezogen: Außer dem feinen Essen habe ich die Lampen ausgeknipst, softe Musik aufgelegt (eine CD mit Lounge-Musik, eigens für diesen Anlass erworben, denn selbst ich habe gemerkt, dass Barry White zu dick aufgetragen wäre) und Dutzende Kerzen angezündet. Die Scham ist vorbei. Auf zarte Andeutungen kann ich verzichten. Ich hatte auch überlegt, mich im Stockdunkeln nackt hinzulegen, in der Hoffnung, dass er versehentlich über mich stolpert. Meine Geduld ist allmählich erschöpft.
   Ich habe mich in Schale geworfen, nein, ich habe mich in etwas geworfen, aus dem er mich leicht herausschälen kann. Am Donnerstag nach dem Lunch mit den Mädels bin ich zu La Senza gelaufen, die Antwort der Durchschittsverdienerin auf Agent Provocateur. Ich habe mich für einen Bügel-BH mit Spitzen und ein passendes Hotpants-Dessous entschieden. In Rot. Ich hatte eine Paniksekunde, als ich mich fragte, ob das nicht etwas nuttig aussieht. Aber wie gesagt, die Zeit der Scham ist vorbei.
   Ich folge Y ins Wohnzimmer und senke den Blick, noch nicht mutig genug, ihm in die Augen zu sehen, als er vor der Musikanlage und dem Meer aus Kerzen steht, größer als das zu Weihnachten in der Westminster Abbey. Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich lasse mich aufs Sofa fallen, klatsche auf das Kissen neben mir und wedele mit den leeren Gläsern, die ich in der anderen Hand halte. „Komm mal her mit dem Wein, ich verdurste.“
   Y gehorcht, setzt sich neben mich und schenkt ein.
   „Worauf stoßen wir an?“, frage ich.
   Wenn das nicht die tollste Anmachnummer aller Zeiten ist, dann ziehe ich mich für immer aus diesem Spiel zurück. Denn auch wenn ich so was seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht habe, kann ich mich noch an endlos viele Gelegenheiten erinnern, bei denen ich einen Mann das gefragt habe und wo die Antwort unweigerlich „Auf uns!“ lautete. So steht’s im Drehbuch. Das klappt immer. Und nach dem Kling! rückte er dann näher, um mich zu küssen. „Auf uns.“ Kling! Kuss. Jedes Mal.

   Ich sehe auf die Uhr. Das Steak muss noch fünfundvierzig Minuten in der Marinade liegen. Vielleicht kommen wir noch vor dem Essen zur Sache, was mir ganz lieb wäre, denn da ist mein Bauch noch flacher.
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Ob die Masche auch in diesem Fall zieht, wird noch nicht verraten. Man soll ja nichts unversucht lassen, um ans Ziel zu gelangen ...


Wenn Sie diesen Auszug parallel auf Englisch und Deutsch lesen möchten, klicken Sie bitte auf den roten Pfeil unten und dann ganz oben auf das Logo.  Die Online-Veröffentlichung der Originaltexte wird nicht in jedem Fall genehmigt, darum kann ich von einigen Büchern die Originaltexte nur privat zur Verfügung stellen.
 





 Design + Text: Christiane Bergfeld, Hamburg. Alle Rechte vorbehalten.  
Letzte Aktualisierung: 27. September  2009
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