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Mutters Schatten.  Kehraus  im Elternhaus
 
von Lorenz Rollhäuser. NDR 2008.
Feature von Lorenz Rollhäuser
Redaktion: Ulrike Toma

Das Feature wurde als bestes europäisches Radiofeature des Jahres mit dem Prix Europa 2008 ausgezeichnet.
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Die Übersetzung ins Englische für die Lesefassung im Wettbewerb habe ich gemeinsam mit dem kanadischen Kollegenduo Drie Deyman/Michael Osmann besorgt. Wir arbeiten bereits seit  längerem sehr erfolgreich zusammen, wenn es um kreative Übersetzungen ins Englische geht. In meine Muttersprache Deutsch übersetze ich in der Regel allein.   

Hörprobe

Den Text des deutschen Originals finden Sie als PDF

 auf der Website von NDR Info


Was unterscheidet das Feature eigentlich vom Hörspiel? Das war mir eigentlich nie klar, obwohl ich beides oft höre. Anlässlich dieser Übersetzung wollte ich das doch mal genauer wissen und habe folgende einleuchtende Erklärung dazu gefunden:

Ungeachtet der Ähnlichkeit von Feature und Hörspiel gibt es einen gravierenden Unterschied. Beim Feature ist der Stoff selbst nie erdichtet oder erfunden. Das Feature bewahrt immer dokumentarische Echtheit. Aus journalistischer Sicht finden sich im Feature die drei Grundformen der aktuellen Eundfunkarbeit, nämlich Nachricht, Bericht und Kommentar. Das Feature ist lebendiger als die Nachricht. Es ist, da längerfristig und aufwendiger konzipiert, oft gründlicher recherchiert als der normale Bericht.    Bernd-Peter Arnold

Zitiert nach: mediaculture-online.de

    DAS FEATURE
    Mutters Schatten
    Kehraus im Elternhaus
    Von Lorenz Rollhäuser
    NDR 2008

    Das Haus still, nur der Klang meiner
    Schritte: Der Vater vor vier Jahren
    gestorben, und nun auch die Mutter im
    Pflegeheim. Zum ersten Mal allein hier, in
    diesem vollgestellten Einfamilienhaus:
    200 qm, dazu Keller und Dachboden, seit
    Jahrzehnten nicht mehr richtig
    aufgeräumt. Das wird jetzt unsere
    Aufgabe sein. Häkeldeckchen,
    Schnapsgläser aus Stettin, vergilbte,
    blasse Fotos. Erinnerungen an eine längst
    vergangene Zeit, eine Jugend Ende 60er-,
    Anfang der 70er-Jahre in der deutschen
    Provinz. Zusammen mit meinem Bruder
    leere ich das Haus. Wir sortieren,
    verhökern und entsorgen das Leben der
    Eltern, ihre Geschichte, das ganze
    Inventar bürgerlicher Kultur, und wir
    beschäftigen uns bei dieser Gelegenheit
    noch einmal mit unserer Geschichte. Die
    Mutter weiß von all dem nichts. Sie wähnt
    sich die meiste Zeit noch immer in
    Münster, lebt nun tatsächlich in Berlin.
    Sie ist sanft geworden, zerbrechlich. Kein
    Grund mehr zu streiten.  
     

Der Prix Europa zeichnet die besten europäischen Fernseh-, Radio- und Internetproduktionen aus. Einst von zwei Institutionen gegründet, zählt der Preis   heute 25 Träger zu seiner Allianz, darunter sind der Europarat, das Europäische   Parlament und die Europäische Kulturstiftung. Ziel ist es, unter dem Markenzeichen „Made in Europe“ das breite Spektrum europäischer Produktionen widerzuspiegeln, grenzüberschreitende Programmtrends erkennbar zu machen und Qualitätsprogrammen ein Forum zu geben. Das Festival wurde 1987 ins Leben gerufen und hat sich seither zum wichtigsten europäischen Wettbewerb für Fernsehen, Radio und Internet entwickelt.







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Design + Text: Christiane Bergfeld, Hamburg. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte Aktualisierung: 24. September 2009
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