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 Die Nutzungsrechte nachstehend aufgeführter Bücher sind an mich zurückgefallen. Bei  Interesse an einer Neuveröffentlichung bitte ich um Mitteilung.

   Kunst des Malens. Blumen. Elisabeth Harden   Kamtschatka - Land aus Feuer und Eis. Kamtchatka - Land of Fire and Ice   Die große Pflanzenapotheke von David Hoffmann   Paris   Kinderbuch von D. N. Morrison  

  Sharan Newman in deutscher Übersetzung    Lilith   Diana_von_Julie_Burchill
 
Blumen: Form, Technik, Farbe, Licht, Komposition
An introduction to painting flowers

 Elisabeth Harden

 Übersetzung: Bergfeld, Christiane
 Köln, Könemann
1996. 128 S. : zahlr. Ill.
 Aus dem Engl. übers.
 Die Kunst des Malens: Blumen
 3-89508-173-6                                                            
Elisabeth Harden: Introduction to Painting Flowers      Kunst des Malens. Blumen. Elisabeth Harden
Auszug:

PFLANZENFORMEN

 In der Natur gibt es Rhythmen und Muster, und hat man sie erst entdeckt, kann das  Malen komplizierter Formen überraschend einfach werden. Mit dem Studium der  Muster und Rhythmen haben sich viele Künstler beschäftigt, und die Umsetzung  dieser Elemente hat zu zahllosen Motiven geführt. Die klassische Architektur der  Griechen ist reich mit Akanthusblättern verziert, der fächerförmige Lotos war im Alten  Ägypten sowohl ein häufig verwendetes Motiv als auch ein Symbol für ewiges Leben;  und die gesamte Jugendstil-Bewegung – ihre Architektur, Malerei,  Inneneinrichtung  und Schmuckstücke – wurzelt schließlich in den floralen Linien der Blumen und Blätter.

 Analysieren wir zu Beginn die Pflanzen mit dem Forscherblick des Botanikers.  Betrachtet man, wie eine Pflanze steht, klettert oder sich ausbreitet, so erkennt man  das Bild eines vitalen und aufrechten, weichen und nachgebenden, wellenförmigen  und wuchernden Charakters. Diese Art des Wachstums liefert uns das Skelett. Eine  detaillierte Analyse enthüllt die Struktur seiner Bestandteile – die Zusammensetzung  der Blüte sowie die Form und Textur der Blütenblätter, die Art und Weise, in der die  Blätter mit Stengeln Wurzeln und Früchten verbunden sind – und die Art ihres  Zusammenwirkens. Anhand einer solchen Untersuchung entsteht das Bild einer  einmaligen Identität mit ausgeprägten Merkmalen.

 Daneben gibt es eine ebenso wichtige Betrachtungsweise von Pflanzen. Erkunden  Sie, was Sie vor Augen haben: die gezackten Pflanzenformen in eigenartigem  Neigungswinkel mit Blüten, die übereinanderliegen, und Blättern und Stengeln, die  sich ineinanderwinden, krümmen und kreuzen. Sie erkennen Farben und Muster aus  Schattengebilden und den Schattenriß der Blätter im Gegenlicht. Wenn Sie Pflanzen  auf diese Weise betrachten, enthüllt sich Ihnen eine Welt geometrischer  Formen,  die  in keinerlei Beziehung zu den herkömmlichen Pflanzenformen stehen, so  wie Sie sie  zu kennen glauben und die Sie dennoch so vor sich sehen.

 

BETRACHTEN DER PFLANZE ALS GANZES

 Die Lebenskraft lockt die Pflanze aus dem Boden und severance sie zu wachsen,  sich in die Luft und in den Sonnenschein zu erheben. Dieser Energiekanal, das  Rückgrat der Pflanze, entwickelt sich entsprechend ihrer besonderen Bedürfnisse –  mal kräftig drängend und sprießend, mal sich windend und biegend. Diese  kontinuierliche Wachstumslinie endet erst in den Blüten und Zweigen bis hin zu den  Blattspitzen. Der Charakter der Pflanze drückt sich in dieser Linie aus; wenn Sie ihr  folgen, baut sich das, was Sie malen, logisch auf. Zeichnet man eine Pflanze, so  beginnt man besser bei der Wurzel und folgt ihr bis zur Spitze, nicht andersherum.

 Zu Übungszwecken empfiehlt es sich, in wenigen Linien das Skelett der Pflanze zu  zeichnen oder sie als Silhouette zu erfassen. Achten Sie darauf, bestimmte  Charakteristika festzuhalten – den gefiederten Schleier des Gipskrauts, der als  Folge  der ständigen Verzweigung vom großen Stengel entstanden ist, den  Hauptstengel und  die aufgegangenen Blüten der Amaryllis, den Fächer der Iris, der  aus einem Bündel  schwertähnlicher Blätter hervorragt, oder die Kaktusblüte, die wie  ein wunderbarer  Schmetterling auf einer auf einer stacheligen Kuppel ausruht.  Manche Pflanzen  klettern, und ihr Stengel schlingt sich drehend vorwärts, um nach  dem nächsten Halt zu  greifen. Das Erscheinungsbild einiger Pflanzen wird von ihrer  Menge bestimmt – ein  Geflecht aus Gräsern oder ein Büschel von Bergblumen.  Wenn dieser Eindruck im  Bild fehlt, vermögen noch so vielfältige Details dieses Manko nicht auszugleichen.  Daher kommt es darauf an, jede charakteristische Identität sorgfältig zu prüfen.


Titel: Kamtschatka. Land aus Feuer und Eis

Autor: Vadim Gippenreiter
Deutsche Übersetzung: Christiane Bergfeld
ISBN: 3-8067-2072-X
191 Seiten, zahlreiche Illustrationen, 32 cm
        Kamtschatka - Land aus Feuer und Eis. Kamtchatka - Land of Fire and Ice

Die geologische Geschichte Kamtschatkas

Aus geologischer Sicht ist Kamtschatka jung. Sein Relief bildete sich vor weniger als einer Million Jahre heraus, im Quartär, der jüngsten Periode der Erdgeschichte. Der Meeresboden hob sich und brach auf, und ausbrechende Basaltlava schuf ein riesiges Plateau. Aufgrund der stetigen Bewegung der flüssigen unterirdischen Masse barst dann dieses Plateau, und aus den Spalten strömte glutrotes Magma. Der Magmaerguß führte dazu, daß sich einzelne Blöcke hoben und senkten und weitere Risse entstanden, die das Relief der Halbinsel und die Grundzüge ihrer morphologischen Gestalt formten. Nach weiteren Eruptionen bildete sich das heutige Kamtschatka heraus. Neben tiefen Spalten erhoben sich ganze Ketten von Vulkanen, darunter die atemberaubenden Gipfel des Kljutschewskij, Schiwelutsch, Tolbatschik, Korjak und Awatscha. Mehr als die Hälfte der Fläche Kamtschatkas ist mit den Folgeerscheinungen von Vulkanausbrüchen bedeckt.
      Die Vulkankette auf Kamtschatka folgt derselben Verwerfung wie die der Kurilen und Aleuten, zweier benachbarter Inselgruppen. Die beiden Ketten sind durch ein tiefes Rift verbunden, in dem die Kontinentalschelfe sich auf dem Meeresboden aufeinander zu bewegen. An der Nahtstelle, die dieses Rift bildet, verläuft ein etwa 12 000 Meter tiefer Graben (der Ozean ist durchschnittlich 5 000 Meter tief). Diese Senke, tief unter Wasser an der Basis der Inselbögen der Kurilen und Aleuten und am Ostufer des schmalen Streifens gelegen, den Kamtschatka bildet, grenzt an die Vulkankette an.
      Die Oberflächenhülle unseres Planeten – die Erdkruste – besteht aus einer harten Gesteinsschicht, die sechzig bis siebzig Kilometer dick ist und durch Brüche in mehrere Platten geteilt wurde. Infolge intensiver Hitze und Verschiebungen im Erdinnern treiben die Platten aufeinander zu. Das wird an den Stellen augenfällig, wo sie zusammentreffen. Dort gibt es keine Lücken zwischen ihnen, und wenn sie wieder auseinandertreiben, drängt flüssiges Gestein von unter her in den Zwischenraum. Bewegen sich Platten auf dem Meeresboden, wird eine unter die andere gedrückt, und zwar so, daß sich ein tiefer Trog oder Graben bildet. Derartige Plattenverschiebungen verursachen starke lokale Erschütterungen, und der Druck und die Reibung an der Unterseite des Grabens führen zur Bildung von Vulkanen.



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David Hoffmann: Die große Pflanzenapotheke Heilen und gesund bleiben mit den Kräften der Natur.
Über 200 Heilkräuter und ihre Wirkung
Die große Pflanzenapotheke von David Hoffmann

N A T U R H E I L P R A X I S

HEILPFLANZEN SAMMELN

 Sammeln macht Spaß. Ob man die Pflanzen selbst zieht oder in freier Natur sucht,  immer ist es ein Anlaß, die Fülle und Schönheit unseres Planeten zu bestaunen und  sich daran zu erfreuen. Es gibt viele Details über Zeiten und das Vorgehen beim  Sammeln und Trocknen, vor vor allem kommt es darauf an, mit welchem Bewußtsein  der Sammler an die Sache herangeht.

      Gründlich erforscht sind die Auswirkungen von Wachstumszyklus, Tagesrhythmus  und Klima auf die biochemische Zusammensetzung von Heilpflanzen. Dabei zeigt  sich, daß das alte Gesetz über die richtig Erntezeit für jede einzelne Pflanze eine  solide Grundlage in der Pflanzenchemie hat. Die wirksamen Inhaltsstoffe finden sich  in unterschiedlicher Konzentration zu verschiedenen Zeiten des Tages, des Monats  und des Wachstumszyklus. Allerdings läßt sich einiges verallgemeinern.
      Die Wirkung der Inhaltsstoffe ist gegen Ende der Wachstumsperiode am höchsten.  Daher sollte man die Pflanzen unmittelbar vor der Blütezeit ernten. Ein Tag ohne  Regen, der vom Morgen an sonnig war, ist ideal zum Sammeln. Obwohl manche  Blätter nach dem Regen schnell trocknen, gibt es andere, wie die dicken pelzigen von  Andorn, die die Feuchtigkeit speichern. Trocknet man sie nicht separat, werden sie  leicht schimmelig. Zuviel Hitze läßt das Öl an den Blättern eintrocknen. Man sollte nur  die bestgewachsenen Exemplare und die grünsten Blätter auswählen und alle  verwelkten, insektenzerfressenen oder fleckigen wegwerfen. Das gilt auch, wenn man  die ganze Pflanze sammelt.
      Blätter und Kraut sollte man mit einem scharfen Messer oder einer Baumschere    schneiden, denn wenn man sie mit der Hand herauszieht, kann man leicht die zarten  Stengel der Pflanzen beschädigen, was verlangsamtes Wachstum oder Pilz- und   Insektenbefall im verletzten Gewebe zur Folge hat.
     Obwohl viele Pflanzen am Wegesrand oder im Brachland wachsen, pflücken Sie  sie nur dort, wo wenig Verkehr ist. Meiden Sie unbedingt Felder, die mit Chemikalien  besprüht sind, denn diese trocknen und dringen in die Heilpflanzen ein. Suchen Sie  mit Erlaubnis des Grundeigentümers Felder, Wälder und Hecken im Umkreis von  Biobauernhöfen ab, falls in Ihrer Gegend unverseuchtes Gebiet schwer zu finden ist.

HEILPFLANZEN TROCKNEN

Pflanzen sollte man trocknen, indem man sie  lose  und separat auf glatter Unterlage flach ausbreitet. Backofenroste und  Kuchengitter  eignen sich besonders gut, da diese Luftzirkulation von unten  ermöglichen und damit  das Trocknen beschleunigen. Die Trocknungszeit hängt von  den Pflanzen und der  Umgebung ab, also sehen Sie häufig nach und drehen Sie sie je nach Bedarf um, so  daß sie gleichmäßig trocknen.


Bildlegenden

 Gentiana lutea, Gelber Enzian. Die Wurzel sollte man behutsam herausziehen.

 Nach der Ernte die Pflanzen natürlich trocknen lassen. Manche kann man in die  pralle Sonne hängen, andere brauchen Schatten, manche trocknet man schonend  bei niedriger Temperatur im Backofen.

 Anethum graveolens, Dillsamen. Die reifen braunen Körner breitet man zum  Trocknen in natürlicher Hitze aus. Sie sind eine ausgezeichnete Arznei für Koliken bei  Kindern.

WIE MAN HEILPFLANZEN TROCKNET


 1 Blätter, Stengel und oberirdische Teile sollte man mit einem scharfen Messer oder  einer Baumschere abschneiden, damit sie nicht reißen.

 2 Blätter oder Blüten sollten vom Hauptstengel gezupft werden. In manchen Fällen  kann man auch die Stiele trocknen.

 3 Auf einem Rost ausbreiten und an der Sonne oder einem warmen Ort trocknen  lassen , bis sie bröselig sind und sich leicht zerkrümeln lassen.

 1 Zu trocknende Wurzeln vorsichtig ausgraben. Die Wurzel waschen, um die Erde zu  entfernen. Falls nötig, mit einer Nagelbürste abschrubben.

 2 Spitzen und Würzelchen abschneiden. Lange Wurzeln vor dem Trocknen je nach  Größe in mehrere Stücke von 5 cm schneiden.

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 Auszug aus:
 Paris: ein Führer zur zeitgenössischen  Architektur von Barbara Ann Campbell  (1997)
  Paris

 15. Arrondissement

Aquaboulevard de Paris

 Wasserrutschen aus Fiberglas winden sich durch den Raum, hoch wie eine  Kathedrale, und spucken Schwimmer in die hawaiiblauen Lagunen, die von  Wellenmaschinen und Whirlpool-Massagen aufgewühlt werden. Die Sonnenliegen  stehen zwischen knorrigen Erhebungen, auf denen Bäume und Farne sprießen, die  wie Palmen aussehen. Die Werbefarben dieses heißen und dampfenden, enorm  beliebten Plastikparadieses sind vielleicht grell, sehen aber lustig aus. Steigen Sie in  die Zeitmaschine und tauschen Sie die Tristesse des Winters gegen das Aquadies  ein.
     Das betriebliche Rückgrat des Gebäudes ist eine Passage mit Cafés,  Optikergeschäften, Sport- und Schallplattenläden, Boutiquen und Reisebüros, in deren  Schaufenster sich Seesterne auf blauem Satin lümmeln. Am einen Ende dieser  kommerziellen Laufbahn gelangt der Gast zu den Sportanlagen – z. B. Squash und  Tennis – und behält selbst von dort immer den Blick auf die künstlichen Inseln der  anderen Seite. Künftige Erweiterungen sehen einen Park im Innern und ein Theater  vor.
     Wuchtig im Ausmaß, billig gebaut und ästhetisch unverdaulich ist dieses verlängerte  dreieckige Zelt, das mit transparentem Wellplastik bekleidet und von riesigen  Preßschichtholz-Balken eingerahmt ist. Seltsame weiße Paneele hängen vom Dach  herunter, vermutlich, um den Lärm zu dämpfen oder das Licht zu verteilen.
     Dieses muntere und freundliche Freizeitzentrum ist mit dem Auto oder über einen  unwirtlichen Fußweg zu erreichen, der an Hauptverkehrsstraßen entlang- und unter  dem Boulevard Péripherique hindurchführt.

 ADRESSE  Rue Louis-Armand 4-6, 15. Arrondissement
 BAUHERR  Société Nauticlub de Paris
 MÉTRO   Balard  
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Dorothy Nafus Morrison: Jenny und das verlassene Pferd [Somebody's Horse]
Kinderbuch von D. N. Morrison

Auszug aus dem ersten Kapitel
 An diesem Abend ging Jenny gleich nach dem Essen im milden Zwielicht der  kalifornischen Dämmerung zur Reitakademie; die Aufsicht dort kannte sie und ließ  sie in den Stall. Sie schlenderte über die federnden Holzbohlen und lauschte dem  Stampfen schwerer Füße, dem Schnauben und gelegentlichen leisen Wiehern.  Ein  paar Fliegen schwirrten im Kreis, Trauben gurrten auf den Dachsparren, und das  Sonnenlicht fiel wie goldener Staub schräg durch die breite Tür herein. Die Luft war  warm, sie duftete nach Heu, nach Desinfektionsmittel und nach Pferd. Himmlisch,  dachte Jenny.
      Und da war Cinnabars Box; sein langes, rotbraunes Gesicht sah sie über die  oberste Latte hinweg an. „Cinnabar, wir haben ein Problem, erzählte sie ihm. „Mom  sagt, daß ich dich in diesem Sommer nun doch nicht reiten kann. Ich werde nicht  einmal hier sein. Aber ich gebe nicht auf. Ich bleibe, wenn es nur irgendwie möglich  ist. Und wenn ich doch weg muß, werde ich eine Menge Geld gespart haben, so daß  ich dann im Herbst mit dir Springen lernen kann.“
    Sie streckte ihre Hand aus, damit er seine samtene Nase an ihr reiben konnte. „Du  bist das allerwunderbarste Pferd auf der ganzen Welt.“ Sie streichelte ihm die  knochige Stirn gegen den Strich hinauf und sanft wieder hinunter, kraulte ihn am  Kopf genau hinter den Ohren, was ihn die Augen schließen und ganz stillhalten ließ.  Sie blieb lange, redete leise auf ihn ein, dann wandte sie sich ab und machte sich  auf den Heimweg.

 Eine Woche später, fünfhundert Kilometer weit entfernt, riß die sieben Jahre alte  Lissie Burnettt in der kleinen Stadt Pine Valley im Staat Wyoming die Tür auf und  stürmte ins Haus, dicht gefolgt von Chip, der fünf war. „Mommie“ rief Lissie: „Rate  doch mal, was ...“
    Direkt hinter ihr schrie Chip: „Da ist ein ...“
 „Macht die Tür zu!“ Auf den Ruf der Mutter hin machte Lissie abrupt kehrt, so daß  sie  mit Chip zusammenstieß.
 Krachend ließ sie die Haustür ins Schloß fallen, dann stampfte sie die  schmalbrüstige steile Treppe hoch. „Mommie!“ schrie sie von neuem. „Wir haben ein  Pferd!“
    „Es steht in unserer Scheune!“ Chips schrille Stimme überschlug sich beim letzten  Wort.
    „Mr. Brown hat es uns geschenkt“, keuchte Lissie. Die Browns waren eben aus  dem weiträumigen alten Haus ausgezogen, das Lorelei, die Mutter der Kinder, vor  kurzem gekauft hatte. „Es ist ein ganz großes. In der Box da.“
    In einem der oberen Schlafzimmer  war Lorelei damit beschäftigt, sorgfältig einen  Haufen schmutziger Lumpen durchzusehen. „Und ich habe ein zahmes Krokodil in  meiner Badewanne“, sagte sie, ohne sich umzudrehen. Sie würde wohl am besten  einen Lastwagen bestellen, um all den Trödel wegzuschaffen – alte Kleider,  Zeitungen, zerbrochene Möbel, Müll. Was hatte ihr Großvater doch immer gesagt?  Realitätsblind! Realitätsblind und nochmals realtitätsblind! Sie war ja verrückt  gewesen, sich einzubilden, sie könne ein Haus kaufen und einziehen, alles ganz  ohne Hilfe, auch wenn es ein Günstige Gelegenheit war.
      Lissie zog sie am Ellbogen. „Ehrlich! Es ist ein richtiges Pferd. Das steht einfach  da. Und bewegt sich gar nicht!“
     „Nur der Schwanz“, fügte Chip hinzu. „Der peitscht hin und her.“
 „Und einmal hat es gestampft“, räumte Lissie ein. „Warum hat Mr. Brown uns sein  Pferd geschenkt?“
 „Lissie – Chip“, seufzte Lorelei. Die Browns waren endgültig weg, seit noch nicht  ganz fünfzehn Minuten, gleich nachdem sie gekommen war, das Haus zu besichtigen  und zu entscheiden, was zu tun wäre. Sie hatte Mr. Browns Stimme gehört, wie er  draußen mit den Kindern sprach und dann das Knattern seines uralten Autos, als es  den Weg hinunterfuhr. „Ich habe den Kopf zu voll, um mit euch zu spielen. Ein  anderes Mal.“
    „Aber es ist wahr!“ beharrte Lissie mit weit aufgerissenen blauen Augen. „Mr.  Brown hat gesagt, er hat ‘ne Überraschung für uns. Und wir sollten in der Scheune  nachgucken. Und ...“
     „... und das haben wir auch getan!“ Chip hüpfte auf und ab. „Und es ist ein Pferd!  Wir haben ein eigenes Pferd! Er hat es uns geschenkt! Und noch ein bißchen Heu  dazu!“  

Amanda O'Neill: Die Welt im Altertum

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      Mehr zu diesem Buch

Auszug S. 80

Hannibal, der Held aus Afrika

Der nordafrikanische Stadtstaat Karthago beherrschte die Handelswege des westlichen Mittelmeerraums seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. Seine Versuche, Sizilien zu kolonisieren, irritierten Rom. Im 1. Punischen Krieg (die Römer nannten die Karthager peonici, „Dunkelhäutige“) 264-241, besiegten die Landleute aus Rom den Seefahrerstaat – zu Wasser. Karthagische Galeeren verlegten sich aufs Rammen; die Römer antworteten mit dem corvus („Rabe“), einer Enterbrücke, die ihre Schiff mit  denen des Feindes verband, so dass sie an Bord stürmen konnten. Zu Anfang des 2. Punischen Kriegs (218-201) entschloß sich der karthagische Feldherr Hannibal (247-182), den Krieg nach Italien zu tragen. Mit einem Heer, zu dem auch Elefanten  gehörten, marschierte er aus Südspanien über die Pyrenäen durch Gallien; dann führte  er Mensachen und Tiere in nur 15 Tagen über die verschneiten Alpen. In Italien vernichteten seine Söldner die römischen Legionen im Hinterhalt beim Trasimenischen See (217) und durch Einkesslung bei Cannae (216), wo Rom 50 000 Mann verlor, Hannibal nur 8 000.  Etwa 10 Jahre lang hielt er den größten Teil Italiens besetzt, doch römische Verzögerungstaktik zermürbte seine Streitkräfte. Karthago beorderte ihn zurück, um eine Gegeninvasion Roms zu bekämpfen (204), und verbannte ihn 202, nach seiner Niederlage bei Zama. Im 3. Punischen Krieg (149-146  v. Chr.) eroberte Scipio Africanus der Jüngere Karthago durch Belagerung, machte die Stadt dem Erdboden gleich und säte symbolisch Salz auf den Ruinen. Doch  Karthago erlebte eine neue Blütezeit als römische Kolonie, von 50 v. bis 697 n. Chr.,  als die Araber die Stadt zerstörten.

Design + Text: Christiane Bergfeld, Hamburg. Alle Rechte vorbehalten.

Letzte Aktualisierung: 22. September 2009

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