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Mittelalterkrimis
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Rechte an meinen Übersetzungen liegen bei mir.
Die Ullstein-Verlage verwerten sie nicht mehr.
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falls Sie Interesse an einer Neuveröffentlichung haben.
Sharan Newman:
Mittelalterkrimis

Online-Veröffentlichung
der Textproben mit freundlicher Genehmigung der Autorin und ihres Agenten.
Bd. 1 Das Geheimnis von Abaelard und
Héloïse [Death Comes as Epiphany]
~
Bd. 2 Das
Tor
des Teufels [The Devil’s Door]
Im
Kloster Paraklet, am Tag des heiligen Georg, Drachentöter und Märtyrer,
Dienstag, den 23. April 1140
Ut enim insertum clavum alius expellit, sic cogitatio nova priorem
excludit. Cum alias intentus animus priorum memoriam dimittere cogitur
aut intermittere.
So wie ein
eindringender Nagel einen anderen hinaustreibt,
so vertreibt ein neuer Gedanke den alten. Wenn der Geist bei anderen
Dingen weilt, muss er die Erinnerung an frühere Dinge verdrängen und
abbrechen.
Heloïse
an Abaelard,
VI. Brief
Heloïse betete. Sie
betete fast den ganzen Tag,
nicht nur wenn sie das Offizium rezitierte, sondern auch, wenn sie die
Nonnen unterwies, die
Arbeit des Klosters beaufsichtigte und mit der Außenwelt zu tun hatte.
Dann ganz besonders. Sie flehte um Erbarmen und Nachsicht
und darum, dass sie es anderen nicht neidete, nach Belieben kommen und
gehen zu dürfen, während sie in diesem Käfig, den sie selbst geschaffen
hatte, gefangen
saß.
»Frau Äbtissin?« Die Stimme klang
zärtlich besorgt.
»Ja, Astane? Was gibt es?« Heloïse
schaute auf. Ihre Augen waren trocken. Eines Tages, dachte sie, eines
Tages werde ich fähig sein,
Tränen der Reue zu vergießen. Dann weiß ich, dass mir endlich verziehen
ist.
»Brauchst du irgend etwas?« fragte sie
die Priorin noch einmal.
»Ich habe mit Bruder Balduin über die
Spätpflanzung gesprochen. Es eilt nicht. Er will noch einmal Kürbisse
setzen. Er meint, wir können bis in
den Herbst ernten, wenn wir sie im Schutz der Apfelbäume pflanzen.«
»Das ist deine Entscheidung, Astane«,
sagte Heloïse. »Ich vertraue deinem und seinem Urteil. Gab es sonst
noch etwas?«
»Ein Bote der Gräfin Constanza
war hier«, fuhr Astane fort. »Sie möchte
das Grab ihrer Tochter aufsuchen und für deren Seelenheil spenden.«
»Wie es sich schickt«, befand Heloïse.
»Wie viel Gefolge mag sie wohl mitbringen?«
»Mindestens zwei Zofen.« Astane zählte
an ihren Fingern ab. »Vier oder fünf Bewaffnete. Vielleicht ihren
Kaplan, der wohl die Messe für uns lesen wollen wird. Hoffentlich
besteht er nicht darauf zu
predigen. Der Mann kann nicht einen Satz auf Französisch
zusammenbringen, geschweige denn auf Latein. Der eignet sich nur
zum Kuhhirten.«
Heloïse unterdrückte ein Lächeln.
Insgeheim stimmte sie zu. »Barmherzigkeit, Demut, Geduld«, murmelte sie.
Die Priorin errötete. »Ich weiß,
Heloïse. Doch wir beide können eine elegantere Predigt halten als Pater
Deol. Du erteilst im Kapitel jede
Woche eine bessere Unterweisung, und du liest nicht alles aus einem
Handbuch ab!«
»Danke«, sagte Heloïse. »Doch wenn er
sich erbietet zu predigen, werden wir mit demütigem Dank annehmen.«
Astane seufzte. »Und werden versuchen,
uns wahrhaft dankbar zu fühlen.«
»Mit Erfolg«, sagte Heloïse.
Plötzlich drangen von draußen her
Getöse, Schreie und Pferdegewieher herein.
Astane lief ans Fenster.
»Woher kommt das?« fragte Heloïse.
»Von dieser Seite nicht. Ich kann nichts
sehen«, antwortete Astane.
Der Lärm setzte sich aus lautem
Getrappel und erschrockenen Schreien von Frauen zusammen. An der Tür
klopfte es heftig, dann ging sie auf,
noch bevor Heloïse antworten konnte. Schwester Thekla erschien.
»Im Gemüsegarten sind bewaffnete
Männer!« rief sie. »Sie wollen eine der Laienschwestern entführen.
Bruder Balduin wehrt
sie ab, so gut er kann, und ich habe um Hilfe geschickt, aber ich weiß
nicht ...« Keuchend brach sie ab.
Heloïse sprang zornbebend auf. »Wie können sie es wagen!« rief sie aus
und lief schon in den Garten, gefolgt von Priorin Astane. »Sie
fordern den Zorn des Heiligen Geistes, des Heiligen Vaters heraus - und
meinen!«
Letzteren sollten sie besonders
fürchten, dachte Thekla im Stillen.
»Nein, Heloïse!« rief sie ihr nach. »Sie könnten Euch umbringen!«
Ein entsetzlicher Anblick bot sich ihnen
draußen: Zwei Ritter im Kettenhemd saßen hoch zu Ross, vor ihnen lag
eine Frau am Boden. Bruder Balduin beugte sich über sie und schlug mit
seiner Hacke auf einen der
Marodeure ein. Ein Schmerzensschrei, als er den Reiter am Bein traf.
Der Verwundete schwenkte sein Schwert und stieß es tief in die Schulter
des alten Mannes. Balduin ließ die Hacke fallen und sank in die Knie.
Als der Ritter die Klosterinsassinnen
herbeilaufen sah, wirbelte er auf
dem Absatz herum und preschte durch den Garten. Beim Sprung über die
Hecke wäre er beinahe aus dem Sattel gefallen, landete jedoch
wohlbehalten auf der Straße, dicht gefolgt von seinem Gefährten.
Heloïse rief nach Schwester Melisande und Tragbahren, dann fiel sie
neben Bruder Baldwin auf die Knie. Er lehnte sich bei ihr an und schlug
dann der Länge nach in den Matsch. Heloïse nahm ihn sanft in ihren
Schoß. Das Blut schoss aus der Wunde im Nacken auf ihre Röcke. Er
schlug die Augen auf. Montjoie et Saint Denis, flüsterte er. Wir nehmen
Jerusalem noch heute.
Ich sehe schon die Tore!
Sein Kopf sank herab.
Die Priorin Astane kniete neben Heloïse
nieder.
Sie bekreuzigte sich, murmelte einen Segen
und drückte dem alten Mann sanft die Augen zu.»Requiescat in pace«,
sagte sie. »Amen.« Jetzt hatte Heloïse ihre Tränen. Sie wischte sich
die Augen und
legte den Leichnam auf den Boden ...
~
Bd. 3
Die Suche nach dem goldenen Schrein
[The Wandering Arm]
PROLOG
Bischofspalast
zu Old Sarum, Salisbury, Weihnachten 1139
Rogero
deffuncto, Rex annisus est Philippum quemdam sufficere cancellarium
suum, sed tam legato quam clero Sarisburiensi retinentibus destitit ab
incepto.
Als [Bischof] Roger starb, wollte der König als Nachfolger
einen gewissen Philipp, seinen Kanzler, einsetzen, doch jener
scheiterte von Anfang an am Widerstand sowohl des Legaten [Heinrich von
Winchester] als auch der Geistlichen von Salisbury.
De
praesulibus Angliae commentarius
Philippe
d'Harcourt, Dekan von Beaumont und Lincoln, Erzbischof von Evreaux,
Kanzler von England und - wenigstens nach eigenem Dünken - gewählter
Bischof von Salisbury, war der Tischmanieren des normannischen Adels
überdrüssig. Verärgert ließ er sich auf das Kissen seines Klappstuhls
sinken und beobachtete die versammelten Zecher.
Stephan, der König von England, hatte sich mit den hochmütigen
Kanonikern geeinigt, die Philippe nicht als ihren rechtmäßigen Bischof
anerkennen
wollten, indem er ihnen Ehrenplätze an der Tafel zuwies und mit ihnen
gemeinsam überaus liebenswürdig dinierte. Philippe war betrübt, jedoch
keineswegs überrascht Im Gegenzug für die ungehinderte Plünderung aller
weltlichen und auch einiger
kirchlichen Schätze des Bischofsstuhls von Salisbury hatte Stephan den
Kanonikern Besitz zurückgegeben und großzügig
für das Kloster von Malmesbury gespendet. Überdies hatte der König mit
seinem Bruder, Bischof Heinrich von Winchester, welcher einen eigenen
Kandidaten für den Stuhl hatte,
vorläufig Frieden geschlossen. Doch Heinrich, der am anderen Ende des
Saales saß, dünkte Philippe ebenso gereizt, wie er selbst
es war, entweder wegen des Benehmens der Tafelrunde oder wegen eines
heimlichen Affronts. Das gereichte Philippe zum Trost.
Alle Kontrahenten des kürzlich beigelegten Streits mästeten sich jetzt
auf Stephans Kosten. Doch es war eine notwendige Ausgabe. Stephan
brauchte
möglichst breite Unterstützung, um den Thron gegen seine Base Mathilde
zu behaupten, welche niemanden vergessen ließ, daß sie
der letzte überlebende legitime Sproß König Heinrichs I. war und nicht
zuletzt auch Kaiserwitwe des Heiligen Römischen
Reichs sowie seit kurzem, wenn auch widerstrebend, Gräfin von Anjou.
Unter
dem Jubel der Tafelrunde ließ König Stephan ein neues Weinfaß
anstechen. Jubelgeschrei. Alle schienen heiter gestimmt, sogar Bischof
Heinrich ließ
sich von einem Pagen Wein nachschenken. Philippe Harcourt blieb die
einzige Ausnahme. Abgesehen von
politischen und verwandtschaftlichen Beziehungen verdiente er auch den
Bischofssitz von Salisbury,
würde es sogar beweisen können, so daß es niemand mehr wagen würde, ihm
seinen Anspruch streitig zu machen.
Er sah auf seinen Teller und spürte, wie sich ihm der Magen umdrehte
Obwohl er seine Sache für gerecht hielt, verdarben ihm die möglichen
Folgen seines
Vorhabens den Appetit. Sei‘s drum, dachte er. Man sollte fasten, bevor
man in einen heiligen Ort eindrang, selbst wenn es aus edelsten
Motiven geschah.
Endlich verkamen die
Tischsitten vollends. Die hochmütigen normannischen Adeligen
entblödeten sich nicht, sich gegenseitig zu angelsächsischen
Trinkspielen zu animieren.
Als sich Rufe wie „Waes Heal! Drinc Heal!“ mit Würgegeräuschen zu
vermischen begannen, hielt Philippe den Augenblick für
gekommen, sich zurückzuziehen. Er bedeutete seinen Wunsch dem König,
und dieser winkte ihn hinaus. Philippe war als
ernsthafter Kleriker bekannt, der seine Bücher einem Zechgelage vorzog.
Niemand fand etwas dabei, daß er früher
ging. Wenige nahmen überhaupt Kenntnis davon.
Es war weit nach Mitternacht. Wer jetzt
nicht mehr trank, schlief tief und fest oder war auf andere Weise im
Bett beschäftigt. Philippe traf keine Menschenseele auf
dem Weg vom Palast zur Kirche. Als er eintrat, sah er zwei Männer vor
dem Hochaltar knien. Leise rief er ihre
Namen. Sie bekreuzigten sich, standen auf und kamen ihm entgegen.
„Habt ihr die
Schlüssel?“
fragte Philippe.
„Ja, Herr.“ Der jüngere Mann übergab sie
ihm. Philippe fragte dann nach dem anderen Kasten.
Der ältere der beiden öffnete den Sack, den er bei sich trug, und
zeigte Philippe den Inhalt.
„Gut“, sagte Philippe. „Ihr beide habt
euch verdient gemacht. Ich werde es euch nicht vergessen.“
„Danke, Herr“, sagte der ältere.
„Aber wir bitten Euch nur, uns in Eure Gebete einzuschließen.“
„Gewiß doch“, entgegnete Philippe. „Aber
auch in
anderer Hinsicht werde ich
euch bedenken. Besser wäre es, wenn einer von euch hier wachen könnte,
doch brauche ich euch beide als Zeugen. Daher müssen wir uns
wie stets auf göttlichen Schutz
verlassen. Seid ihr
bereit?“
~
An die fensterlose Wand war ein Ofen gebaut, aus frischem Lehm,
vermischt mit ebenso frischem Pferdemist. Das gab einen
feuerfesten Brennofen ab und einen heimeligen Stallgeruch, der die
stechenden Abgasgerüche des Metalls überlagerte.
Auf
den Tischen und an der dritten Wand befand sich allerlei Werkzeug:
Hämmer und Zangen in jeder Größe und Form, Model und Meißel, Raspeln
und Feilen sowie Dinge, für die Edgar keinen Namen wußte. Doch er
würde sie lernen und auch, wie man jedes davon benutzte. Und er war
hier nicht heimlich, brauchte nicht besorgt zu sein, daß
sein Vater oder Lehrer ihn entdecken und ihn verprügeln würden, weil er
sich unstandesgemäß benahm.
„Was soll ich als erstes tun?“ fragte er Baruch.
Baruch bemerkte, wie es Edgar bereits in den Händen zuckte.
Lachend erwiderte er: „Heute lernst du die Namen
und den
Gebrauch von möglichst vielen Gerätschaften kennen.“
Edgar trat an den Tisch.
„Aber du darfst nichts
anfassen“, fuhr Baruch fort, „bis ich es dir *
gestatte. Verstanden?“
„Aber gewiß doch“, antwortete Edgar. Er
verschränkte die Arme und steckte die Hände
in die Ärmel, um nicht in Versuchung zu geraten.
„Keine Angst, du wirst schon bald Gelegenheit
bekommen, dich zu verstümmeln.“
Er streckte seine eigenen Hände aus. Sie waren übersät von Narben,
Brandwunden, Kerben und
Schwielen. Baruch betrachtete sie voller Stolz.
„Das ist der Grund, warum dein Stand keine
handwerkliche Arbeit verrichten darf“, sagte er. „Es
würde sich für solche Hände nicht ziemen, feine Seide zu tragen oder
eure blassen weichen Damen zu berühren. Bist du
sicher, daß du fortfahren willst?“
Edgar nickte. „Mein Vater und meine Brüder waren
ihr Leben lang Krieger und tragen genauso viele Narben wie du.
Die Damen meines Landes sind fürwahr so blaß wie ich, doch sind sie
nicht zu weich, um sich von rauhen Händen schrecken
zu lassen. Und Catherine ist es, glaube ich, auch nicht.“
Ein Klopfen an der Tür unterbrach sie. Ein kleiner
etwa acht Jahre alter Junge mit großen braunen Augen und
flammendroter Mähne kam hereingestürmt.
„Baruch, ich muß pinkeln“, verkündete er.
„Brav, mein Junge!“ Baruch reichte dem Kind einen
Krug mit
engem Hals, und es urinierte hinein, während Edgar verdutzt zuschaute.
Als der Junge fertig war, schickte Baruch ihn in
die
Küche, damit er sich seinen Lohn hole. Dann verkorkte er den Krug
und stellte ihn beiseite.
„Was ... wieso?“
fragte Edgar.
Baruch lachte. „Ein Geheimnis unserer Zunft. Der Harn eines
kleinen rothaarigen Knaben eignet sich am besten, um die
Eisenwerkzeuge zu härten, mit denen die Edelsteine schneiden.“
„Und was geschieht, wenn kein Junge mit rotem Haar zur
Verfügung steht?“
„Dann nehmen wir eine Ziege, die mit Farn gefüttert wurde.
Doch es ist beschwerlich, denn eine Ziege
arbeitet nicht immer gut mit.“
Edgar begann zu ahnen, daß er die
Vielschichtigkeit des Metallberufs unterschätzt hatte. Doch
trotz allen
Zweifels war er freudig erregt. Sein erster Tag, und schon kannte er
zwei Geheimnisse dieses Handwerks.
„Nun frisch ans Werk“, sagte
Baruch und
krempelte sich die Ärmel hoch.
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Bd. 4
Der Pilgermord [Strong as Death]
Bd. 5
Die Familienfehde [Cursed in the Blood]
Bd. 6
Das Heiligenbild [The Difficult Saint]
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Sharan Newman
Das Heiligenbild
Nachwort
Catherine,
Edgar, Solomon und ihre Familien sind erfundene Figuren. Doch die Zeit,
in der sie lebten, und die Ereignisse, in die sie hineingezogen wurden,
sind real. Der Zweite Kreuzzug wurde von Ludwig VII. angeführt,
der im Mai 1147 von Frankreich aufbrach. Es gibt viele Chroniken
über den Verlauf des Kreuzzugs. Allerdings nannten sich die
Kreuzfahrer damals Wallfahrer oder Pilger.
Die Predigten des Mönchs Radulf und die daraus
resultierenden
Übergriffe auf die Juden sind auch in christlichen und
jüdischen Quellen vielfach belegt. Ich erfand eine Familie
für Simon von Trier, doch die Beschreibung seiner
Todesumstände stammt von Ephraim von Bonn, der damals dreizehn
Jahre alt war. Ich glaube nicht, dass ich so etwas hätte
erfinden können. Ebenfalls von Ephraim stammt die Geschichte des
jüdischen Mädchens, das für tot liegen gelassen und von
einer christlichen Wäscherin gerettet wurde. Ich habe die
Geschichte in die Handlung eingearbeitet, weil mich der Mut der
namenlosen Frau, die das Mädchen rettete, sehr beeindruckt hat.
Bernhard von Clairvaux, der immer wieder in
Catherines und
Edgars Leben auftaucht, war bestimmt ein realer Mensch mit ungeheurer
Wirkung auf das Westeuropa seiner Zeit. Er predigte für den
Kreuzzug, doch was mir wichtiger erschien, er übernahm auch
die Verantwortung für die Judenverfolgungen, die sich daraus
ergaben. Er bereiste tatsächlich Lothringen und Deutschland, um sie zu
unterbinden. Bernhard war sich der Macht der Worte durchaus bewusst.
Zwar gibt es keinen Beleg dafür, dass er sich zu der von mir
erwähnten Zeit in Trier aufhielt, doch Anfang November war er
mit Sicherheit unterwegs nach Worms. Im Jahr darauf besuchte er Trier.
Nicholas und Geoffrey, Bernhards Sekretäre, waren
auch Menschen aus Fleisch und Blut. Nicholas wird eines Tages die
Quittung bekommen, Geoffrey wird später Abt von Clairvaux.
Zu jener Zeit gab es in Europa viele volkstümliche
religiöse Bewegungen. Manche gingen von selbst wieder unter,
manche bekamen das Ketzeretikett aufgedrückt, andere integrierten sich
friedlich in den christlichen Glauben der Amtskirche. Die Katharer
zählten zu den bekanntesten Gruppierungen. Von Anfang an stellten sie
sich außerhalb der Orthodoxie, und ich nachfolgenden
Jahrhundert wurden die Kreuzfahrer auf ihre Vernichtung angesetzt.
Erzbischof Albero und Heinrich von Luxemburg und
Namur
befehdeten sich seit 1140 und bescherten damit den Einwohnern jenes
Gebiets viel Ungemach. Eigentlich sollten sie in diesem Buch eine
größere Rolle spielen, doch dann erkannte ich, daß Catherine und Edgar
wie die meisten von uns nicht die Welt in Bewegung
setzen und aufrütteln, sondern selbst von anderer Seite bewegt und
aufgerüttelt werden. Daher kommen hier die Herrscher nur als
Randfiguren vor, die das Leben meiner Protagonisten beeinflussen.
Wer mehr über die Epoche und die Quellen für
dieses Buch wissen möchte, kann mir gern einen adressierten
Freiumschlag an die Adresse des Verlags schicken.
Noch einmal Dank an alle Leser, die Catherine und Edgar durch die
letzten fünf Bände begleitet haben.
Hoffentlich war diese Reise auch unterhaltsam.
Sharan
Design
+ Text: Christiane Bergfeld, Hamburg. Alle Rechte vorbehalten.
Letzte
Aktualisierung: 24.September 2009

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